Sonntag, 9. September 2012

Vom Camper zum..Camper

4.9.2012

Nach unglaublichen sechs Stunden warten auf den Trailer bekommen wir diesen nun endlich zurück. Ein paar kleine Sachen müssen geändert werden, nicht viel. Das Teil braucht nur eine VIN Nummer. Und neue Reifen, wiegen lassen sollen wir ihn auch. Wo bekommt man die VIN Nummer? Der Tüv sagt im Shire Office. Die Frauen aus dem Shire Office, (die ich mittlerweile traurigerweise alle kenne), behaupten der Tüv sei dafür zuständig. Sie wollen mir allerdings trotzdem helfen und lassen mich ein Online Formular ausfüllen. Da steht zwar irgendwas von self-made Trailer, aber ich denke mal die wissen schon was zu tun ist. Ich soll trotzdem noch mal zum Tüv zurück. Der Tüv Frau fällt es wie Schuppen aus den Augen: sie kann die Vin Nummer doch beantragen, wusste sie bis gerade auch noch nicht. Sie ist so freundlich dies auch zu tun. (Was hab ich eben im Shire Office ausgefüllt?)
Es regnet nach wie vor den ganzen Tag über. Anwohner erklären mir, dass sie so einen starken Regen selbst noch nicht erlebt hätten in diesen Breiten. Aber sie wüssten wo es schöner sei. Toll. Marius bleibt optimistisch und erklärt, solange es nicht regnet ist unser Zelt sogar wasserdicht =) .
Wir haben uns gefrustet einen kleinen Ofen für unsere klappbare zwei Zimmer Wohnung gekauft. Das war die beste Entscheidung die wir bis jetzt hatten, das Teil heizt super! Wir müssen halt nur immer die Tür vom Zelt zuhalten sonst zieht die warme Luft raus. Aber innen lässt es sich jetzt super im T-Shirt leben


5.9.2012

„wääh, mach das Teil aus!!“


Marius ist in der Nacht kalt geworden, ich wache auf und hab das Gefühl, dass ich über Nacht in eine große Sandwüste gereist bin. Und in dieser Wüste ist grad Mittag. Es war echt so warm in unserer Bude, meine ersten Schritte gingen zur Tür, Luft suchen.
Es regnet. „Gähn“, verschlafen brechen wir gegen Mittag in die Stadt auf und beschließen mal beim Goverment anzurufen wegen meiner Tax File Nummer. Die Warteschlange ist riesig, ich darf mir drei Mal in Folge Beethovens beste Werke als monotonen Klingelton anhören. Das Ergebnis ist, ich soll mich noch etwas gedulden. Außerdem habe ich eine Mail von einer mit unbekannten Firma bekommen. Sie gratulieren dem Unternehmen Steffen Hager und bedanken sich. Außerdem ist da eine Liste von VIN Nummern, die sie mir freihalten für meine Trailer. Aaah, da hab ich mich gestern eingetragen im shire Office. Die glauben doch jetzt tatsächlich ich hätte eine eigene Firma gegründet und bräuchte nun für meine eigenen Trailer die Vin Nummern.
Anschließend habe noch schnell eine Autoversicherung abgeschlossen, siehe da, meine Kreditkarte funktioniert nach vier Wochen nun endlich.


6.9.2012

Das Wetter ist mittelmäßig, warm genug um den Ofen mal eine Zeit lang auszulassen. Das Wetter wird immer besser, so beschließen wir in die Touristenstadt Dunsborough aufzubrechen. Dunsborough ist ca. 40Km von hier entfernt und berühmt für Wein. Ich glaube 1991 hat Dunsborough mal einen Tourismussonswasaward gewonnen, außerdem gibt es da einen Strand. Der Strand ist wunderbar, das Meer ist wie gemalt und die Sonne scheint sogar tatsächlich. Die Innenstadt ist nicht besonders, wir kaufen ‚ne Kleinigkeit ein und fahren wieder heim.

7.9.2012

Das Wetter ist prächtig und Marius und ich beschließen ‚ne kleine Wanderung zu machen, Gegend auskundschaften. Die Gegend ist spitze, schöne Wälder und das Meer ist auch nicht weit weg. Die Straßengräben sind auch echt krass. Es gibt Schilder die auf Wildwechsel aufmerksam machen, kennt man ja auch aus Deutschland. Hier liegt alle 30 Meter irgendein überfahrenes Känguru oder sonstige Skelette im Straßengraben. Nach ca. 45 min latschen kommen wir einer Sandstraße vorbei und beschließen da mal lang zu wandern. Scheint zwar Privat zu sein, aber das stört uns nicht. Nach weiteren 20 Minuten kommen wir dann an eine große Villa und zum Meer. Das Meer ist traumhaft schön auch wenn der Strand durch eine Steinlandschaft ersetzt wird. Schwimmen kann man hier allerdings nicht, starke Wellen stellen eine Gefahr wegen den Felsen dar.

Abends kommen wir nach Hause und während wir kochen macht einer der Australier ein Lagerfeuer und kramt ‚ne Gitarre aus seinem Turnbeutel. Wir freunden uns mit ihm an und begießen die gute Musik mit einem Vino.

8.9.2012

Dass Vino so einen Schädel macht kann auch keiner Ahnen. Naja, immerhin war der Abend geil. Wir beschließen den Tag erst mal ruhig angehen zu lassen. Marius kramt jede Menge Kram aus dem Trailer, den wir bis jetzt noch gar nicht angefasst haben. Das Vorzelt zum Beispiel haben wir noch nie aufgebaut da es bis jetzt immer geregnet hat oder wir außer Haus bzw. Zelt waren. Das Vorzelt hat ein auch ein Vordach und ist spitze. Nur nicht so richtig hoch. Wahrscheinlich für Leute mit Rückenproblemen oder welche, die gerne Rückenprobleme haben wollen. Wir kramen noch ein bisschen im Kram rum und sortieren alles nach Form, Farbe und Funktion. Wir haben echt mehr Kram als gedacht, auch Kram über dessen Funktion Marius und ich uns noch nicht einig geworden sind.
„Ist das ein Toaster oder eine Pfanne?“
„Hmm, keine Ahnung, mach’s mal sauber, schau welche Farbe es dann hat und pack’s zu dem komischen Melkschemel da!“
Die Nachbarn müssen uns auch für verrückt halten. Wir leben jetzt seit zehn Tagen auf dem Campingplatz und mauern uns heute erst so’n Vorzelt an die Bude. Morgen müssen wir das alles wieder abbauen da wir am Montag morgens früh einen Termin beim Tüv haben. Hoffentlich bekommen wir den Trailer durch den Tüv. Aber das sollte eigentlich kein Problem sein, wir sind dieses mal direkt zu dem Tüv unseres Vertrauens gefahren, der hat sich den angeschaut und kann alle Mängel auch selbst beheben.

Abends beschließen wir das Nachtleben der Innenstadt mal unter die Lupe zu nehmen. Wir fahren los, beim Ausparken gibt unser Auto echt merkwürdige Geräusche von sich. Scheint an der Lenkung zu liegen bzw. genauer gesagt an der Servo. Da es nur die Servo ist, beschließen wir weiterzufahren, wir wollten ja schließlich etwas unter die Lupe nehmen. Eine Lupe braucht man auch um dieses besagte Leben zu finden. Hier ist echt nichts los. Zwei Kneipen wo sich ein paar Leute die Füße platt stehen und weit und breit kein Auto. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Polizei hier wie verrückt Streife fährt. Wir bekommen in den 15 Minuten in denen wir draußen sind vier mal mit, dass die Polizei irgendwen anhält und nach dem Rechten schaut. Auch wir werden gefragt ob sie uns etwas bringen dürfen. Komische Jungs, aber sehr hilfsbereit.

9.9.2012

Wir stehen früh auf, da wir uns auf Skype mit den Jungs aus der Heimat verabredet haben. Diese sind gerade dabei ‚ne schöne Party zu feiern und freuen sich über günstige Bierpreise. Danke Jungs, schön von euch zu hören. Als nächstes beschließen wir mal nach Cowaramup zu fahren. Auch hier ist echt nicht viel los, echt merkwürdig alles hier. Der Alkoholladen macht Sonntags um zehn Uhr auf, die Tanke bleibt geschlossen. Außerdem hat noch ein Süßigkeitenladen offen, eine Bäckerei, ein Klamottenladen und eine Post. Bei uns nennt man dieses Dorf Tanke und es hat 24 Stunden offen! Da wir tatsächlich tanken müssen, beschließen wir wieder zurück ins alt bewährte Magaret River zu fahren, hier kennen wir wenigstens alles schon und werden nicht von einer geschlossenen Tanke oder so überrascht.
Die Tanke hat wie erwartet offen und wir gönnen uns noch eine Flasche Wasser für 6$, was für ein Schnäppchen! Wir beschließen, den Wald mal auszukundschaften, Zeit ist nämlich wie immer das Einzige, was wir im Übermaß haben. Offenbar ist es hier gang und gäbe seinen Müll im Wald abzuladen. Wir finden hier jede Menge Autowracks und sonstigen Müll.
Den Nachmittag verbringen wir damit, unser Vorzelt wieder in seine Bestandsteile zu zerlegen und auch den restlichen Kram wieder zu verkramen.

10.9.2012

Bzzm, schon wieder früh aufstehen?! Puh, wir haben um neun Uhr einen Termin beim Tüv. Dass das alles auch so Frühaufsteher sein müssen. 19 Uhr hätte doch gereicht. Wir schaffen das unglaublicherweise Problemlos. Ist eigentlich schon komisch. Wir haben einen Trailer und ein Auto, das Auto kann man sich problemlos in zwei Minuten zu einem recht bequemen Doppelbett umklappen, also nicht das Auto sondern die Sitze vom Auto, und im Trailer ist auch eine Doppelmatratze. Ich bin im Moment dran mit dem Autoschlafplatz. Echt komisch, man steht auf, krabbelt aus’m Auto und klappt sein Bett zu Sitzen um bevor man aufgestanden ist. Da macht man echt schon ein komisches Gesicht, man steht auf, faltet ein bisschen rum und auf einmal sitzt man in der dritten Reihe von einem großen Auto und fragt sich wie man dahin gekommen ist. Auch Marius wirkt irritiert, nachdem wir sein Reich zusammengefaltet haben und an mein Bett gehängt haben. Wer macht so was schon? Morgens aufstehen, Haus zusammen falten und mit zu Arbeit nehmen? Und das vor dem ersten Kaffee.
Der Tüv schnappt sich den Trailer und wir statten Sam, unserem Mechaniker unseres Vertrauens, einen Besuch ab. Wir fahren auf den Hof, er ist schon da und hört direkt dass unsere Servo Luft bekommen hat. Ich weise ihn noch darauf hin, dass das Leck, das wir letztens durch den Tüv geschmuggelt haben, stärker geworden ist. Es ist so stark, dass wir in den letzten Tagen täglich Öl nachfüllen durften. Nach kurzer Diagnose seinerseits beschließt er, dass wir eine neue Servo bräuchten. Kostenpunkt um die 1000 $. Na toll, wer auch immer uns hier einen Streich spielen will, er hat gewonnen! Erst bekommen wir das Auto nicht angemeldet und dann, wo wir gerade dabei sind, den Trailer anzumelden können wir wieder beim Auto anfangen! Was soll’n das’n?
Immerhin bekommen wir heute mit ein bisschen Glück den Trailer angemeldet. Das Auto funktioniert ja, ist halt nur etwas lauter und die Servo ist total unzuverlässig. Ich hoffe, dass wir es schaffen, in den nächsten Tagen eine Servo zu organisieren. Wir waren heute schon auf einem Schrottplatz und morgen besuchen wir noch ein paar andere Plätze. Eine neue Servo wäre weitaus teuerer.

Montag, 3. September 2012

Vom Farmer zum Camper

My Blog, my Blog, not flowerpot his Blog!

27.8.2012

Der lazy-Sunday gestern war klasse, heute ruft die Arbeit wieder. Nicole schickt uns heute mit einem Pick Up auf eine benachbarte Wiese um Steine zu sammeln, die im Sommer den Mähvorgang ungewollt verkürzen könnten. Viel ist da nicht zu tun, wir cruisen ein bisschen rum und finden ab und zu mal ‚n Stein, macht aber trotzdem Spaß. Außerdem finden wir fragwürdig geschweißte Gerüste auf der Wiese, einen Totenschädel von einem Känguru o.Ä., Fluffi, den Hund, der sich gleich wieder auf dem Pick Up postiert und noch viele andere schöne Dinge.

Nach getaner Arbeit waschen wir unser Auto und schrauben noch etwas am Anschnallgurt rum.

28.8.2012

Heute mussten wir wieder früh raus, der Mechaniker macht die finale Inspektion. Diesmal fallen wir nicht auf den 8:00 Uhr Trick rein! Pünktlich um neun stehen wir auf der Matte und siehe da, er kommt auch gerade an. Sein Lehrling ist schon vor ihm da und macht die Garage sauber. Er sagt wir sollen gegen 14:00 Uhr wiederkommen um das Auto abzuholen. Wir vertreiben uns derweil die Zeit mit Kaffee trinken und statten unserer Bank einen Besuch ab. Wir haben am 17.8. ein Bankkonto beantragt, es sollte maximal fünf Werktage dauern bis die Karte angekommen und funktionsbereit sei.

..

Na ja, Zeit ist ja ein Glück das Einzige, das Marius und ich hier tatsächlich im Übermaß haben. Warum die Karte nicht da ist bzw. wer sie so gut versteckt hat, weiß die Bankangestellte nicht, aber sie kümmert sich darum.
Kurze Zeit später bekommen wir auch schon einen Anruf von unserem gut gelaunten Mechaniker, er hätte das Auto parat und wir sollten mal rumkommen. Es gab zwei Dinge die er nicht reparieren konnte,: 1.) den Auspuff, der Tüv fand den Sportauspuff offenbar zu laut und 2.) gab es noch anderes Ersatzteil, das ein Ölleck hatte. Er gibt und ein Spray mit, das wir am Abend schön dick auf die zu bemängelnde Stelle auftragen sollten und am Folgetag in der Früh mit Wasser abspritzen sollten. Er hilft uns also den Tüv ein bisschen auszutricksen, das Ersatzteil hätte über 1000$ gekostet und deswegen sei es günstiger ‚n paar Schlücke Öl mehr nachzugießen und ab und zu mal sauberzumachen. Das Leck schadet nicht, weder sich selbst noch anderen Teilen in diesem Berreich. Außerdem findet auch er unseren Motorsound bärenstark und meint, wenn wir den Tüv wechseln, gäb’s keine Probleme. Den Tüv hatten wir eh schon gewechselt.

Am Abend schauen wir noch ein paar Filme und gehen früh schlafen.

29.8.2012

Früh schlafen gehen lohnt sich, heute haben wir einen Termin mit Tüv II. Der Tüv heißt Mary und ist bester Dinge. Er beschlagnahmt unser Auto für zwei Stunden in denen Marius und ich betteln und beten dass alles in Ordnung ist und schließlich drückt er uns die Schlüssel in die Hand und erklärt, dass alles in Ordnung sei. Unfassbar! Auch er fand unseren Sound anscheinend super. Wir fahren wieder zum Shire Office um den ganzen Krempel mit dem Auto und den Straßen offiziell zu machen. Die Anmeldung funktioniert problemlos, das feiern wir großzügig mit ‚ner großen Cola! Jetzt darf Marius auch endlich mal fahren, die 48- Stunden Fahrberechtigungen waren bis jetzt nur auf mich zugelassen. Marius bestätigt, dass wir beide etwas Angst hatten. Linksverkehr ist echt merkwürdig. Wer denkt sich so was aus? Der linke ist der rechte Weg? Da stimmt doch was nicht, wer konnte da das mit dem Daumen rechts und der Hand links und so nicht?
Na ja, wir haben trotzdem zwei Sachen geschafft, Auto durch den Tüv schmuggeln und anmelden. Da wir gerade schon mal so’n Lauf haben beschließen wir den Trailer gleich mit anzumelden. Dafür braucht man wieder die Vehicle Identification Number (VIN). Dann bekommt wieder man eine 48- Stunden Fahrerlaubnis und dann bringt man den Karren zum Tüv und dann quengelt der dann wieder rum und dann bringt man den Trailer zum Mechaniker und dann *BLAAH*, HALT! STOP!, den Quark kenn ich doch schon! Das Gleiche wie beim Auto! Aber diesmal wissen wir wenigstens zu welchem Tüv wir müssen und unser Mechaniker ist sowieso weiterzuempfehlen.

Die besagte VIN zu finden war nicht einfach. Ich hab jeden erdenklichen Winkel des Trailers abgesucht und schließlich mir den Laptop zur Hilfe genommen. Das Internet rät mir jeden erdenklichen Winkel des Trailers abzusuchen. Na Danke! Nach weiteren Recherchen stelle ich fest, dass die VIN 1981 eingeführt wurde, unser Trailer ist von 1979. Kann ja keiner Ahnen. Wir bekommen auch so eine 48- Stunden Erlaubnis und machen auch gleich einen Termin mit dem Tüv.

Während wir am kochen sind klopfen Nicoles Kinder (8, 11) an der Tür und erklären aufgeregt sie wollten uns was zeigen. Deutsche Kinder hätten uns jetzt wahrscheinlich den Vollmond gezeigt oder einen neuen Rekord auf der Playstation. Sie haben irgendwelche Chemikalien zusammen gemischt, den Kram mit einer Zündschnur versehen und winken mit einer selbstgebauten Silvesterrakete. Echt hart, ist ja nicht gefährlich oder so? Das Teil explodiert und alle bleiben verschont.

Wir beschließen außerdem unter die Camper zu gehen. Hier gibt’s jede Menge Campingplätze und wir wollen uns eingewöhnen, deswegen ziehen wir morgen mit Kind& Kegel auf einen Campingplatz in Magaret River. Da haben wir wahrscheinlich unseren ersten Job! Weinflaschen abfüllen. Nachtschicht… bzzzzzz
Heute Abend essen wir Hamburger mit Bratkartoffeln, yummi!

30.8.2012

Letzter Tag auf der Farm. Wir gönnen und noch mal ausschlafen und packen anschließend unser Auto. Gar nicht mal so einfach wie gedacht, drei große Kisten auf dem Dach plus zweites Ersatzrad, so viele Sachen im Kofferraum, das alles zu verstauen war nicht einfach. Ein Glück konnte ich Marius durch lautes Summen der Tetrismelodie stets motivieren Platz sparend zu packen. Gegen 15 Uhr sind wir fertig und beschließen einen Campingplatz aufzusuchen. Der erste Campingplatz den wir anfahren erinnert mehr an ein Senieronenheim, nur graue Menschen und die Frau aus der Rezeption ist auch sehr unfreundlich. Ein Glück war die Residenz ausgebucht.
Der zweite Campingplatz den wir anfahren ist etwas abgelegener. Hier sind sehr wenig Leute, die paar die hier sind scheinen sich zu kennen und sie sind alle sehr freundlich. In der Gemeinschaftsküche werde ich gefragt ob ich zu den neu Angereisten gehöre.
Wir bauen alles auf und gönnen uns zur Feier des Tages noch mal einen Goon, diesmal die rote Box, vorher hatten wir immer den Grünen. Dieser schmeckt wie ein schlechter Rotwein gemischt mit einer großzügigen Menge Zitronensaft und Großmutters alten Socken. Gemischt mit Cola aber verblüffender Weise lecker. Der Sockengeschmack ist wie weggeblasen und die Zitrone gibt der Cola eine feine Note. Das Weingemisch wird von der Cola gut überdeckt, kein kulinarisches Highlight aber besser als das mit den Socken.
Plötzlich kommen zwei Kängurus um die Ecke gehüpft und gesellen sich zu uns. Echt gesellig, diese falschen Hasen. Die Kängurus bleiben etwa 30 Minuten bei uns und suchen dann hüpfend das Weite. Viel mehr als das Weite werden die hier auch nicht finden.

31.8.2012

Erste Nacht im Trailer! Wir werden von einer starken Regenschauer geweckt. Marius fühlt die Decke ab, ich frage ob sie dicht ist, er verneint. Wir schauen auf den Tisch und stellen fest, dass es an mehreren Stellen tropft.
Marius nimmt das Ganze wie immer mit Humor, verteilt Töpfe unter die tropfenden Stellen, geht Raus und kommt kurze Zeit später mit zwei Taucheranzügen und zwei Rettungsringen zurück und behauptet, wir seien perfekt bewaffnet.


Marius ist bester Dinge



Ich kann das Ganze mal wieder nicht glauben während Marius bereits dabei ist unseren Laden Hochseetauglich zu machen indem er eine Plane mit vier Schnüren bewaffnet um diese über unser Zelt zu hängen. Wir bauen unser Provisorium auf und verziehen uns erstmal in die nächste Stadt.
Hier gehen wir Frühstücken und surfen etwas im Internet, siehe da, meine Debitkarte ist angekommen, meine Bankkarte. Das Wetter hat sich mittlerweile gelichtet und die Sonne kommt raus, wir fahren zurück zum Zelt um dieses endgültig abzudichten. Marius fragt mich lachend, ob er meine Gummistiefel anziehen darf wenn er unser Zelt betritt, so schlimm ist es aber auch nicht. Wir spannen weitere Planen über unser Zelt und testen den Campingplatzeigenen Tennis- und Basketballplatz aus. Die Plätze sind super, Marius und ich nur unglaublich untalentiert. Das merkt auch der Nachbar, ein Australier, der uns ständig den Ball zurück über den Zaun werfen darf.
Ein sehr freundlicher und älterer Australier bemerkt meine Halskette, ein Plektron mit zwei Drumsticks (Danke Mutti) und fragt mich ob ich Lust hab ein bisschen Gitarre mit ihm zu spielen. Vielleicht morgen.
Wir überlegen uns, sobald der Trailer angemeldet ist brechen wir auf, grobe Richtung Broome einzuschlagen, über Geraldton bzw. Kalberri zu fahren. In Kalberri soll es echt sehr schön sein, tolle Strände und Campingplätze. Zuerst müssen wir aber den Trailer angemeldet bekommen. Wir haben dem Mechaniker schon vorgewarnt, dass wir ihn am Dienstag noch mal besuchen werden.
Einige Regenschauern beweisen, dass unser Trailer nun wirklich Hochseetauglich ist. Marius räumt beruhigt die Taucheranzügen wieder weg und wir beschließen bis es dunkel wird Basketball zu spielen. Hier wird es übrigens in der Regel so gegen 6 Uhr morgens hell und gegen 18:30 ca. geht die Sonne auch wieder unter. Winter halt.

1.9.2012

September, wir haben September! Heute vor vier Wochen sind wir losgereist. Langsam beginnt der Frühling hier. Das Wetter ist heute auch schon wieder besser, wir spielen Basketball und Tennis. Den Tag verbringen wir größtenteils draußen, ich mein, eine große Wahl haben wir ja eh nicht.

2.9.2012

Es ist Sonntag und das ist uns, wie die letzten Male auch schon, völlig Schnuppe. Das Wetter ist super und wir beschließen, da wir eh schon Sonntag haben, gleich mal einen Waschtag zu machen. Wie war das noch? Buntwäsche trennt man von schwarz, rot ist nicht grün und die weiße Wäsche kann sowieso auf 90° knallgas gewaschen werden? Aus der Anleitung werden wir beide nicht schlau, versuchen es einfach mal auf gut Glück.
Das Waschen hat Spaß gemacht obwohl ich der Meinung bin, dass meine Kleidung schon mal dunkler war.

3.9.2012

Den Waschtag hätten wir uns besser für heute aufgehoben. Es regnet den ganzen Tag, na doll. Morgen früh gegen 8h sollen wir beim Tüv sein um unseren Trailer durchchecken zu lassen. Wir schauen ein paar Filme, ich mein, was sollen wir auch groß machen? Meine Steuernummer ist noch nicht da, Marius seine ist bereits letzte Woche angekommen, ich hab meine vor Marius seiner beantragt. Da ich beide Steuernummern beantragt habe, ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass ich bei meiner etwas falsch gemacht habe, was ich bei Marius seiner anders gemacht hab. Weiterreisen können wir auch nicht, 1.) ist der Trailer noch nicht angemeldet und 2.) wird meine Steuernummer nach Magaret River geliefert, d.h. ich bin gezwungen hier zu bleiben und keine Arbeit zu finden.

4.9.2012

Wir haben 9h Morgens und der Trailer steht gerade beim Tüv. Marius und ich frühstücken in einer Bäckerrei. Hoffentlich geht dieses mal alles gut!

Sonntag, 26. August 2012

Die Farm

Internet ist hier wirklich schwer zu bekommen, wir leben ziemlich weit Abseits von der Zivilisation und der Internetempfang ist sehr schlecht trotz Verstärkerantenne.

19.8.2012

Es ist Sonntag! Für uns nichts Besonderes denn wir haben 1.) keinen festen Job mit geregelten Arbeitszeiten, 2.) kein angemeldetes Auto und dementsprechend ist es uns wumpe ob irgendwo irgendein Geschäft offen oder zu hat und 3.) bekommen wir hier sowieso nicht viel mit was mit diesem Zivilisadingens zu tun hat. Aber das ist auch gut so. Wir fühlen und beide etwas schwammig und beschließen erst mal im Bett zu bleiben. Mir geht es echt nicht gut und so beschränken sich meine Mahlzeiten auf zwei Dosen Cola und ein Glas Milch. Ein Glück hat Marius ein Lazareterstehilfenotfallseelsorgepaket dabei und wir sind sogar gegen Krankheiten bewaffnet, von denen wir beide noch nie etwas gehört haben.
Gegen 15 Uhr beschließen wir mal die Gegend auszukundschaften. Der benachbarte Wald ist echt krass, da stehen Bäume, die hat man im bergischen noch nie gesehen, auch die Vögel die hier rumflattern sind echt schräg. Diese schrägen Vögel sind saubunt und geben auch stellenweise fragwürdige „krächz“-laute von sich, die mich mehr an eine sterbene Ratte erinnern. Aber na ja, vielleicht üben die noch.

21.8.2012

Wir leben jetzt ziemlich genau eine Woche hier auf der Farm in der Nähe von Magaret River und haben uns gut eingelebt. Man vermisst schon irgendwie Muttis Küche, aber dafür wissen wir jetzt welche Fertigsoßen gut sind und welche nicht.
Wir lernen jetzt auch endlich mal unser gutes, bergisches Wasser zu schätzen! Unser Wasser Zuhause aus dem Wasserhahn ist glasklar, Wasser eben, das hier erinnert mehr so an Kakao. Schmeckt leider nicht so. Die Umwelt wird hier stellenweise auch etwas mehr vernachlässigt. In Deutschland ist es schon verboten, sein Auto zu waschen damit keine Öle etc. ins Trinkwasser kommen und hier stehen einfach mal so ein 1000L Benzin- und Dieseltank auf dem Hof. Bei dem Versuch unser Quadt zu tanken haben wir dieses eben fast in die Luft gejagt!

22.8.2012

Heute mussten wir früh aus den Puppen, da wir um acht Uhr einen Termin mit dem Mechaniker hatten, der unser Auto inspizieren möchte. Dafür habe ich mir bereits letzten Freitag eine weitere 48-Stunden Fahrerlaubnis für heute und morgen organisiert. Wir sind natürlich pünktlich wie ein Zimmermann und stehen kurz vor acht vor seiner Tür und klopfen. Er ist noch nicht da. Er kommt so gegen neun an und reibt sich seine verschlafenen Augen. Das ist Australien! Überhaupt kein Problem für Marius und mich, wir haben es nicht anders erwartet, wollten aber auch nicht einfach so eine Stunde später auftauchen. Gegen 12 Uhr und jede Menge Kaffe kommen wir zurück und er erklärt uns was alles kaputt ist. Marius witzelt, dass er uns besser erklären sollte was nicht kaputt ist, aber ganz so schlimm ist es nicht. Problem ist nur, dass er ein Teil nicht organisieren kann. Das Auto schläft heute eine Nacht bei dem Mann, vielleicht findet er ja doch noch eine Lösung.

Eigentlich wollten wir mit Nicole heimfahren, allerdings durch ein Missverständnis meinerseits verpassen wir uns. Da wir unglücklicherweise keine Taxinummer eingespeichert haben, lassen wir uns genervt die Nummer von einem Charterservice geben. Ein Albaner mit klapprigem Mitsubishibus holt uns ab und gibt vollgas. Sehr geile Taxifahrt, die Innengeräusche vom Interieur übertönen den Motor und Anschnallgurte gibt es gar nicht erst, obwohl es einen Aufkleber gibt, der uns verbietet ohne Anschnallgurt mitzufahren. Wie hat er das durch den Tüv bekommen?!

23.8.2012

Da unser Auto noch bei dem Mechaniker ist, beschließen wir, unseren Albaner des Vertrauens zu kontaktieren, dass er uns wieder abholen soll. Pünktlich wie ein Maurer steht er vor der Tür und begrüßt uns grinsend. Marius sendet noch schnell ein ausführliches Stoßgebet gen Himmel, Mekka und was ihm noch so einfällt und steigt misstrauisch ein. Viel größer ist die Freude, als er eine zwei Dollar Münze auf seinem Sitzplatz findet.
Der Mechaniker ist bester Dinge uns bietet uns ein Bier an, da er noch eine Kleinigkeit am Auto schrauben wolle. Sein Ordnungssystem ist der Hammer! Ungelogen: Er verteilt seine Schraubenzieher schwungvoll in alle Himmelsrichtung in der Werkstatt, sein Lehrling läuft hinter ihm her und sortiert sie nach Größe, Farbe und Form und packt sie zurück in den Werkstattkoffer. Während Cheffe am Auto schraubt, steht der Lehrling mit einer Auswahl an Schraubenziehern, Zangen und Hämmern daneben. Cheffe dreht sich um, nimmt eine Zange, wirft sie auf den Boden und wendet sich wieder dem Auto zu. Der arme Lehrling.
Anfangs stand das Auto noch auf der Hebebühne, er lässt es runter, fährt es raus und erklärt, er müsse nur noch eine Motorwäsche machen. Gesagt- getan.

Das Auto springt nicht mehr an.

Er schraubt, dreht und kurbelt, der Lehrling ordnet, sortiert und sucht, wir stehen daneben und können es nicht fassen, was für ein Glück, das Auto bleibt liegen und das direkt beim Mechaniker. Der Mechaniker ist immer noch bester Dinge, zum Nachteil für den Lehrling, der deswegen umso mehr Schraubendreher suchen muss. Nach einer Stunde Schrauben, werfen und sortieren baut er einen neuen Starter ein und erklärt uns, dass dieser aufs Haus gehe. Am Dienstag bekommt er das letzte fehlende Teil, wir machen einen Termin und hoffen, dass wir nun endlich nach zwei Wochen rumfahren und rumquacken unser Auto nächste Woche angemeldet bekommen.
Das feiern wir mit einer Box Goon. Goon ist ein Weinverschnitt, der hier offenbar das einzig finanzierbare alkoholische Getränk ist. Kennt jemand Wein aus’m Tetrapack? Schön wär’s! Ein Tetrapack, was für ein Luxus! Goon gibt es nur in vier- der fünf Liter Boxen, und, naja, man kauft eine Box in der sich dann ein Sack mit Goon befindet. Einfach nur ein silberner Sack.
Wenn man den Inhalt mit Zucker mischt schmeckt’s wie abgestandener Asti, wir hatten halt was zu feiern.

24.8.2012

Ouh, du gottverdammter Goon, fahre zur Hölle und bleibe da. Marius behauptet, dass heute Nacht ein extra langer Güterzug über seinen Schädel gefahren ist. Auch ich wunder mich, wer zum Teufel den Typen mit dem Presslufthammer in meinen Schädel gelassen hat. Wir nehmen es leicht und helfen Nicole auf der Farm. Sie gibt uns einen alten Pick-up und schickt und Stöcke holen. Mit von der Partie: Fluffi, ein stinkender Hund, der sich weigert die Ladefläche zu verlassen. Nicht mal auf den Stöckchentrick springt er an. Nicole erklärt uns, wir sollen ihn einfach unter den Ästen begraben.

Die Äste sollen wir auf eine der Müllkippen bringen. Die schmeißen da echt alles weg, ich frag mich auch, warum Marius und ich bis jetzt die Mülltrennung beachtet haben. In der Müllkippe war: Plastik, Metal, Kompost, mehrere tote Kuhbabys, ein halber Rasenmäher…Alles halt, echt ekelhaft, da kommt dann Erde drauf und das wird einfach vergraben.
Am Abend sitzen Nicoles Kinder im Garten und verbrennen Plastikflaschen gemischt mit einer großzügigen Menge Benzin.

26.8.2012

Heute ist Sonntag und unsere Stimmung passt zum Wetter, es ist nämlich „Körbchenwetter“, d.h. das Wetter ist so schlecht, dass nichtmals der ehrgeizigste Hund Lust auf einen Spaziergang hätte und lieber im Körbchen bleiben möchte. Wir verbringen unseren „lazy Sunday“ also damit Filme zu schauen und Käsetortillas zu verdrücken. Top Tag!
Gegen Abend habe ich mir überlegt doch mal ein kleines Ründchen joggen zu gehen. Hier laufen nachts echt komische Vögel rum, zuerst habe ich Vögel gesehen, die ungefähr die Größe und Form eines Strauß hatten, jedoch anders aussahen. Danach ist mir ein Känguru über den Weg gehopst. Mensch, die lassen uns im Sackhüpfen sicherlich alt aussehen.

Donnerstag, 16. August 2012

Sydney, Jetstar, zwei grinsende Chaoten und ein Bauernhof

Ich hab schon länger nichts mehr Online gestellt, das lag leider daran, dass wir echt viel Stress in letzter Zeit hatten.



10.8.2012

Wir waren gestern mit ein paar Leuten aus dem Hostel Fußball spielen. Das war so eine Art Veranstaltung vom Hostel, wir haben uns mehr oder weniger gedacht: „jau, warum nicht? Wird schon schief gehen!“ Mitgespielt haben: ein deutscher mit Jeans, ein verrückter Ire, ein normaler Ire, ein bunter Amerikaner mit Spongebob Uhr, ein Schweizer mit tollen Klamotten und wenig Potential, einer vom Hostel und Marius und ich. Wir sind also mit dieser lustigen Gemeinschaft losgezogen zum nächsten Park und haben ein kleines Feld abgesteckt und mit vier mitgebrachten Plastiktellern zwei Tore simuliert. Fußball ist ja eigentlich gar nicht so mein Ding, also so absolut überhaupt gar nicht. Aber wie gesagt, wird schon schief gehen war ja das Motto! Ich also auf den Platz, immer schön dem Ball hinterhergerannt und, hmm, hab sogar tatsächlich zwei Tore geschossen(davon keins ins eigene Tor!). Das erste Spiel haben wir auch gerade mal mit sechs Tores Rückstand verloren, das zweite ist 5:6 für das gegnerische Team ausgegangen. Anschließend hat das Hostel uns auf ein Bierchen und Nachos eingeladen, sehr nett.

11.8.2012

Tagsüber haben wir eine geführte Sydneytour mitgemacht, wieder geführt vom Hostel und wieder umsonst. Unglaublich, wir haben offenbar den einzigen Tag an dem es in Sydney regnet erwischt! Die Tour hat ca. sechs Stunden gedauert und es hat die letzten vier Stunden geregnet. Da kamen Heimatsgefühle auf, Sommer im bergischen!
Aber generell war es eine sehr geile Tour, wie haben viel gesehen und auch Fotos geschossen.
Am Abend hatte die Sidebar vom Hostel wieder geöffnet, ein scheinbar bekannter Dj legte Charts auf und zwei Gitarristen gaben auch Musik zum Besten. Die Bar war gut gefüllt und die Stimmung war vergleichbar mit einer Disko. Insgesamt war es ein sehr geiler Abend, Marius hat das Englisch zwar ziemlich zu schaffen gemacht, aber er muss es halt lernen



12.8.2012
Stress!! Und 1000 Dollar gespart bzw. einmal komplett neu einkleiden!
=> Folgendes ist passiert:
Morgen früh geht’s nach Perth, sehr früh sogar. Deswegen hatte ich die schlaue Idee heute erstmal schön im vorhinein einzuchecken und zwar Online. Wir uns also heute morgen mit dem Laptop in die Rezeption platziert und uns Internet für ‚n Stündchen gegönnt. Beim Einchecken fällt mir der Schriftzug „You have a fare, which does not include any checked baggage allowance.” auf. “Super” denk ich mir und überleg was zu tun? Ich bin mir sicher, dass ich angekreuzt habe, dass ich mit maximal 26kg Gewicht anreisen werde. Bisschen im Internet rumgesurft und festgestellt, dass die 70$ pro Gepäckstück berechnen wollen, günstiger wird es, wenn man es vorher per Telefon dazu ordert.

Die richtige Nummer rauszufinden war kein Problem, aber der elektronischen Frauenstimme namens Lena zu erklären, dass ich noch zwei Koffer mehr hab wurde dann schon problematischer. Ich habe das Gefühl, dass jemand versucht mir eine Waschmaschine oder ähnliches zu verkaufen, jedensfalls, als die Stimme mich gefragt hat, ob ich die Buchung für den 17. Oktoberber bestätigen möchte habe ich mich geweigert weiterhin Englisch zu reden. So kam es dann, dass ich mit einer echten Frau verbunden wurde. Ich dann also mein Anliegen in Bröckchenenglisch erklärt und versucht die Gepäckstücke zu buchen. Soweit kein Problem. Bis sie dann„Your Creditcard is declined“ behauptet, und erklärt, dass ich morgen früh nicht in Bar zahlen könnte. Einzige Möglichkeit wäre, das Gepäck morgen am Flughafen aufzugeben. Klingt recht einfach, also erkundige ich mich nach den Preisen. 25$ pro Kilokramm. Ich frage die werte Dame ob das ihr ernst wäre, war es.
„Nu ham wa den Salat!“ denk ich mir und rechne aus, dass mein dass Gepäck mir keine 500$ wert ist, 1000$ für beide lohnt sich einfach nicht.
Zum Glück haben wir auf der Sydneytour die Sophie kennengelernt (Sophie, falls du das liest, danke noch mal!), die uns dann schließlich ihre Kreditkarte geliehen hat. Ich also wieder zum Telefon und noch mal zu der elektronischen Stimme. Wieder habe ich das Gefühl, dass mir jemand einen Trockner oder Ähnliches verkaufen möchte. Nachdem ich wieder verbunden wurde, ging das ganze von vorne los. Ich wieder erklärt wer ich bin und wie viele, was ich denn möchte und blablub, ihre Kreditkarte funktioniert. Allerdings müsste Frau Jetstar kurz mit Sophie sprechen um sicher gehen zu können, dass ich ihre Kreditkarte nicht missbrauche. Sophie ist gerade auf der Suche nach ihrem Gepäck und dementsprechend nicht da. Auch irgendwie naiv meinerseits, naja, war halt auch etwas durch den Wind gerade.
Schon wieder Glück gehabt: Sophie kommt aus dem Aufzug gestolpert und ich ordere sie direkt zu mir. Sie erklärt Frau Jetstar wer sie ist und wie viele, und schon war das Gepäck gebucht. Frau Jetstar fragt mich noch ob sie mir ein Auto oder ähnliches verkaufen könnte, ich verneine und lege erleichtert auf!
Der Fehler könnte natürlich bei mir selbst legen, dass ich falsch gebucht habe, ich erinnere mich aber noch, dass man vier verschiedene Gepäckklassen auswählen konnte und ich mich dafür entschieden habe, gegen einen kleinen Aufpreis bis zu 26 Kg mitnehmen zu dürfen.
Also, Fazit: Jetstar hat zwar eine unglaublich großes Angebot, sollte jedoch besser vermieden werden.
Da unser Taxibus uns schon vor vier Uhr am Hostel abholen wollte, beschließen wir, gar nicht erst zu schlafen. Die Nacht haben wir in der Lobby verbracht, Musik hören, wach bleiben, Solitär spielen und so weiter. Der Weg zum Flughafen war soweit auch kein Problem, einchecken verlief auch problemlos.
Unser Flugzeug ist auch der Hammer! Die mit Stoff überzogenen Bierbänke fühlen sich nicht so bequem an, Unterhaltungsprogramm beschränkt sich auf die Flugzeug eigenen Angebotszeitschriften und zu Essen gibt es auch nichts (zum Glück). Marius verschläft den Flug, ich schlafe auch zwei Stunden und lerne dann das Angebotsheft auswendig.
Angekommen in Perth verschlägt es mir die Sprache, als Marius unsere beiden Rucksäcke auf einem Gepäckband entdeckt, zwar nicht auf dem, wo es sein sollte, aber es ist da. Ich versuche in der Zeit unsere Vodafone Simkarte zu aktivieren. Ich werde mit einer freundlichen Elektrostimme namens Laura verbunden. Sie verlangt Passnummer, Wohnsitz und alle möglichen anderen Daten von mir die nichts mit einem Telefon zu tun haben. Ich werde schlussendlich verbunden und die Verbindung reißt ab. Ich versuche es erneut, weigere mich mit Laura englisch zu reden und die Verbind reißt wieder ab. Das Spiel wiederholt sich ca. zehn Mal, ich gebe es auf.
Die geplanten zwei Stunden Busfahrt in einem Linienbus entpuppen sich als sechs Stunden in einem schicken Reisebus mit bequemen Ledersesseln. Unser Busfahrer ist guter Dinge und es läuft Omamusik. Wir können zwischen zwölf verschiedenen Omikanälen wählen, wir fühlen uns wohl.
Gegen sechs Uhr kommen wir in Cowamarup an, ein kleines idyllisches Dorf in dem wir von Nicole, die Frau der die Farm gehört, auf der wir erst mal leben werden, in Empfang genommen werden. Wir fallen gegen halb acht müde ins Bett.

14.8.2012

Wir wachen gegen neun Uhr auf und sind immer noch müde, also schlafen wir noch mal ein paar Stündchen. Tagsüber suchen wir unser Auto und finden es auch. Vor allem finden wir es cool! Es ist zwar dreckig aber trotzdem cool! Wir haben zwar weder Internet noch Handy, aber ein cooles Auto haben wir schon mal. Gar nicht mal so einfach so einen Karren hier anzumelden: man braucht einen unterschriebenen Kaufvertrag vom Vorbesitzer mit alten Kennzeichen, Fahrzeugnummer, Preis und hassenichgesehn. Super, kein Internet, Handy, zwar n cooles Auto jedoch ohne Zulassung und keinen Job. Hätten wir Internet, sähe die Chose schon mal anders aus!


15.8.2012

Wir sind heute in einen Telstra Laden gefahren, das waren die, die uns die Prepaidkarte verkauft haben. Er reaktiviert die Karte und lädt sie neu auf, keine Chance, er ist ratlos.
Ein Glück kennt sich Dominik, der Sohn von Nicole mit PC’s und allem drum und dran aus, er meint, wir müssten die Sprache des Computers auf Englisch stellen. Sehr gerne, nur wie? Ich erinnere mich, dass Windows mir erklärt hat, dass ich die Sprache nachträglich nicht mehr ändern kann. Wir versuchen es dennoch, erfolglos.
Marius grinst und winkt mit einer Windows CD, er will Windows einfach neu installieren. Gar nicht mal so dumm! Er formatiert seinen Laptop und die Installation beginnt. Nach ca zehn Minuten verlangt der Laptop nach CD2. Marius wirkt irritiert und fängt an zu suchen. Die Multi Media Cd hilft nicht weiter, mit Fifa lässt sich der Pc auch nicht verarschen, also kommt Cd1 wieder ins Spiel. Die Installation beginnt von vorne. Marius beschwert sich, dass sein Laptop nun ohne Betriebssystem ist und stempelt das ganze als schlechten Witz ab.
Kurze Zeit später klopft Dominik an unserer Pforte, schnappt sich meinen Laptop, (ohne auch nur ein Wort deutsch zu können) mach ein paar fluxe Mausbewegungen in mir bis dato unbekannte Felder, klickt wild rum, installiert die Software und fertig.

Heute haben wir Nicole auf der Farm geholfen d.h. wir haben ein Quadt bekommen und sollten Unkraut ernten. Die Farm ist unglaublich groß, ohne Quadt oder Motorrad ist da nichts zu machen! Um so besser für uns, Sturzhelm an, Schippe in den Hänger und knallgas! Unkraut ernten kann so witzig sein wenn man ein Quadt hat, das hat echt Spaß gemacht, Pflanzen rausziehen, in den Hänger und ab zur zwei Kilometer entfernten Müllhalde.

16.8.2012

Heute versuchen wir das Auto anzumelden. Um es anzumelden brauchen wir sämtliche Daten von Auto, Vorbesitzer, Pässen, Führerscheinen, Bank, Werkstatt. Wenn man dies alles zusammen gesammelt hat, darf man zum „shire office“ und sich eine 48 Stunden Lizenz für das Auto erkaufen. Dann muss man wieder zum office und die suchen dann nach Fehlern beim Auto. (Nicole hat mir erklärt, dass die immer einen Fehler finden. Sie hat mal versucht ein mehr oder weniger neues Auto anzumelden, auch da gab es was zu bemängeln) Die 48-Stunden Erlaubnis haben wir mittels Taxi bekommen. Unser Taxifahrer, nennen wir ihn mal Jörgen, ein Vollbart Australier mit krassen Akzent ist bester Dinge. Laute Musik und gute Laune beschleunigen seinen Fahrstil, er erklärt uns, dass er deutsches Bier super findet. Außerdem wüsste er wo wir einen Job finden könnten, allerdings muss dafür unser Auto erst mal funktionstüchtig sein.


17.8.2012

Happy Birthday Mama!

Wir waren heute morgen bei verschiedenen Werkstätten um das Auto reparieren zu lassen. Die finden echt immer einen Fehler. Ich schätze mal wir kommen mit ca. 600$ hin, Nicole bestätigt mir jedoch, dass das völlig normal sei. Wenn man sein Auto hier einmal angemeldet hat, bleibts das auch für den Rest des Lebens. Deswegen schaut der Tüv hier etwas genauer hin. Frühester Termin ist Mittwoch.
Wir lassen gerade die Windschutzscheibe austauschen, weil die 3 kleine Kratzer hatte. Marius sitzt nebenan im Waschsalon und kümmert sich um die Wäsche (ab jetzt Bauchfrei?)
Wie es ausschaut, wir unser Auto nächsten Donnerstag spätestens auf die Gleise gelassen!

Wir hatten zwar echt viel Stress in der letzen Woche, aber das soll normal sein, hab ich mir sagen lassen. Ich denke mal, dass die nächste Woche vielleicht auch noch etwas anstrengend wird. Wenn wir die hinter uns haben, können wir endlich irgendwo Weinstauden sägen oder andere Nüsse ernten.

Generell geht es uns aber echt gut. Die Farm auf der wir leben ist cool, zwar abgelegen wie sonst was, aber dafür fährt man ja hier hin, ne?

Donnerstag, 9. August 2012

Zwei Flüge, zwei Chaoten und ein Down Under

Der Flug:

Es ist nach deutscher Zeit auf die Minute genau 23h, das heißt wir sind nicht mal zwei Stunden in der Luft und haben trotzdem schon jede Menge Spaß. Die Emirates Stewardüse hat mir grad ein Heineken gebracht und ich habs geschafft Marius und mir eine Viererreihe für uns alleine zu organisieren. Das Multimediaprogramm ist sehr geil, wir haben die freie Auswahl zwischen 1000senden Filmen, Serien und gefühlten 64-Bit Atarisoundähnlichen Spielen wie Hangman, vier gewinnt und sogar ein Fifaverschnitt ist dabei ( Marius strahlt und ist beschäftigt, er spielt gerade Deutschland gegen Australien).

Der tränenreiche Abschied am Flughafen war irgendwie was besonderes, ich mein, wer geht schon mal für so lange Zeit weg? Zehn Monate ist eine beachtliche Zeit..
Nachdem sich alle ausreichend umarmt hatten und Taschentücher ausgetauscht hatten und Marius und ich verblüffender Weise alle Kontrollen ohne Zwischenfälle überlebt hatten, hatten wir noch recht viel Zeit. Was tut man also?! Richtig, ab in den Duty Free Shop, zwei Stangen Zigaretten, die wir selbstverständlich möglichst gewinnbringend in Australien an den Man bringen werden, (Tabak ist ein teures Gut in Australien, ab zwölf Dollar die Packung hab ich mir sagen lassen). Dann noch schnell zu Luigi, unserem Reiseitaliener des Vertrauens, zwei Bierchen an den langen Arm gehangen und ab an die Raucherbar, testen ob die Zigaretten gut sind und Restguthaben vom Handy vertrödeln.

Der Aufenthalt in Dubai ist auch spannend. Wir sind unerwartet eine Stunde früher angekommen und haben so dementsprechend noch mehr Zeit zum verplempern. Das können wir gut! Leute beobachten, Mecces testen und die Raucherlounge, in der wir uns gerade befinden, auskosten und auch hier wieder Leute beobachten! Die meisten Leute die wir sehen scheinen Asiatisch zu sein, sie führen alle eine Kamera mit sich um der Verwandtschaft Zuhause die schönsten Momente aus Dubais Flughafen zeigen zu können.


Der zweite Flug mit dem Airbus A380 war leider nicht so spannend und toll wie erhofft. Das aBoarden hat 30 Minuten nach geplanter Abflugzeit begonnen und war sowieso alles total durcheinander. Der Flieger war bis auf den letzten Platz ausgebucht und Jingling, der sich neben Marius platziert hatte, roch nach Schweiß o.Ä. Das hat dem Marius natürlich nichts gemacht, er hat seinen „Kopp in Schoß“ Trumpf ausgespielt und hat so nicht mal den Start mitbekommen. Ich hab derzeit mal wieder das Multiemediaprogramm auswendig gelernt und anschließend auch ein beachtliches sechs-Stunden Nickerchen gemacht.

Erster Tag

Die Einreise ins Land ist unproblematisch verlaufen, Marius findet zwar dass der Himmel hier höher aussieht, wir bleiben aber trotzdem hier. Alle Koffer sind da, Viererzimmer ist gesichert und wir kundschaften grad die Umgebung aus, d.h. wir sitzen beim Bäcker und frühstücken. Der Bäckerei DJ hat grad ‚n Barbiegirl Technoremix rausgehauen und ja, ich denk das zwingt uns zum weihterziehen. Das Wetter ist auch super, obwohl die das hier „Winter“ schimpfen hat es echt geile Temperaturen hier. Für kurze Hose und T-shirt ist es noch etwas zu frisch, aber ertragbar.

Unser Hostel, das „Wake Up“ wirbt mit einer Minibar im Keller, die haben wir selbstverständlich gestern mal ausgetestet. Die Preise hier sind echt der Hammer, das günstigste Lagerbier kostet immer noch sechs Dollar und das ist, verglichen mit anderen Bars sogar noch recht günstig. Im Hard Rock Café haben wir gestern acht Dollar bezahlt, eine Kiste Becks kostet 50$. Wir haben andere deutsche Work and Traveller kennen gelernt, die Sydney aufgrund der hohen Preise jetzt verlassen. Wir haben uns mit gerade unseren Zimmerkollegen angefreundet, er kommt aus Mexico. Nennen wir ihn mal Don Juan, seinen Namen hat er nicht gesagt. Er hat uns gesagt, dass er und sein australischer Freund gerade versuchen ein Multi-Kulti Fußballteam aufzustellen und ob wir denn mitspielen wollen. „Nichts lieber als das!“ und Marius ist am Start. Der Mexikaner hat mir gerade erzählt, dass er aufgrund seines bemerkenswerten Schnarchsounds (ich tippe auf einen nasalen Subwoofer) im Schlaf nicht mehr bei seinem Kollegen übernachten darf, weil der keinen Schlaf mehr gefunden hat. Echt bitter.

Freitag, 27. Juli 2012

Bald geht's los!

Bald geht's tatsächtlich los!

Ich erinner mich, als wär es gestern gewesen:

Anno 2011, meine Jungs und ich beschließen spontan nach Holland zu fahren, Urlaub in den Niederlanden. Zielort steht noch nich fest, dafür hatten wir einen schönen Corsa B in türkis mit Startschwierigkeiten. Ist ja auch schon mal was. Es war der 18. August gegen 16 Uhr als wir losgefahren sind. Nach einer hitzigen Diskussionsrunde mit Reisetasche und Campinggrill zwischen den Beinen im Auto hat es uns dann nach Rennesse verschlagen. Tolle Stadt, keine Frage! Noch toller wären die Erinnerungen, wenn die Besitzer der Campingplätze nicht um 21h die Rolladen runtergefahren hätten und uns einen comfortablen Zeltplatz oder einfach nur 6qm² Wiese angeboten hätten! Haben sie aber nicht. Die Rolladen waren unten und so gab's kein Stück Wiese für uns. Schade.

Naja, so schnell haben wir uns natürlich nicht aus der Ruhe bringen lassen! Jung und draufgängerisch wie wir waren haben wir das Auto irgendwo geparkt und entschieden, erstmal den Abend zu genießen und ordentlich die Sau raus zu lassen! "Wir finden schon was" war der Plan. (An alle die das lesen, macht das niemals nach. Das war der dümmste Plan den wir je entwickelt haben.)Wir also schön ab in die City, erstmal was essen, dann zum Meer und dann ab in die Disko, ich mein, wir hatten ja Urlaub, da lässt man es sich schon mal gut gehen, ne? Der Abend war richtig geil, wir haben ordentlich die Sau rausgelassen!
Um 3h nachts werden in Rennesse allerdings buchstäblich die Bürgersteige hochgeklappt, überall fahren die Rolladen runter und einfach nichts hat mehr auf. Genau bis zu diesem Zeitpunkt fand ich den Abend richtig geil. Ab da ging's allerdings bergab. Wir also zurück zum Corsa und, naja, was tut man ohne Schlafplatz? Am Besten nicht das was wir gemacht haben! Wir also zu viert zurück in den Corsa, runde Haia machen. Ich sitz also im Auto, drei schnarchende Jungs um mich herum, es stinkt, mir ist schlecht, ich kann meine Kniee riechen weil ich diese so eng einziehen musste, dass sie direkt unter meiner Nase klemmten. Statt Stoffbär o.Ä. hatte ich unseren schönen Campinggrill im Arm, der dem Geruch nach zu urteilen bei der letzten Reinigung etwas zu kurz gekommen war. So hing ich also da, Krishas Kniee drücken zwei ansehnliche Beulen in meinen Rücken und Marius kuschelte mit Lenkrad und Kabeltrommel.

Warum ich das alles aufschreibe? Das war der Moment, wo ich mir gedacht hab: "Hager, du übernachtest nie wieder in einem Auto!"

...

Dass ich den Plan, für ein Jahr mit einem Auto durch Australien zu reisen damals nicht verworfen habe ist eigentlich schon ein Wunder. Jetzt, ziemlich genau ein Jahr später ist es soweit!
Morgen geht der Flieger und ich bin am grübeln was ich alles einpacken soll?! Wieviele Hosen? Tshirts? kurze Hosen? Nur Hemden? Hab ich alles? 'N Campinggrill? Nein!

Ist schon spannend, Marius und ich verziehen und ab jetzt für ein Jahr nach Australien und hier geht das Leben weiter während wir laut Fluggesellschaft in 14482,435 km Entferung sitzen und unser Leben weiterführen.

Wir freuen uns auf jeden Fall beide sehr diese Erfahrung machen zu dürfen und freuen uns natürlich jetzt schon auf's Wiedersehen!